Ein kurzer Zusatz zur Diskussion des Pazifismus re Frau Käßmann

Auch von uns eine kurze Bemerkung zum Interview von Frau Käßmann, wobei wir dem guten Kommentar des Lutherischen Konvents im Rheinland eher noch ein paar Quellen hinzufügen möchten. Luthers eigene Einschätzung zu der Frage kann hier nachgelesen werden (mit etwas Zeit). Die EKD Synode von 1957 war richtigerweise der Ansicht, dass sich Luthers Argumentation nicht auf Atomschläge anwenden lässt. Sie irrten aber, wenn sie meinten, damit seine ganze Argumentation auszuhebeln, dass man einen Spezialfall anbringt, bei dem diese nicht zutrifft.

Auch C.S. Lewis hat hierzu einen Vortrag gehalten und seine Argumente … Achtung .. gegen Pazifismus dargestellt. Interessanterweise ist dieses Essay jedoch scheinbar bei der übersetzten deutschen Veröffentlichung des Bandes „The Weight of Glory and Other Adresses“ ausgelassen worden. Auf Anfrage in den Kommentaren/bei FB stelle ich gerne eine deutsche Zusammenfassung des Essays bereit.

Zu guter Letzt noch ein paar kurze Bemerkung zum Interview selbst:

Was heraussticht, ist die pazifistisch-befreiungstheologische Grundanschauung von Frau Käßmann als Grundlage ihres Glaubens. Vertreter, die sie als Beispiel nennt, sind keineswegs Kirchenväter, sonder „Martin Luther King, Mahatma Gandhi oder Aung San Suu Kyi“. Auch Jesus wird mit Gandhi gleichgestellt, der ja tatsächlich unvergesslich wurde, weil er „nicht zum Schwert griff.“ Doch Christus ist unvergesslich, weil er wahrer Gott und wahrer Mensch war und von den Toten auferstand. Christus, wie es gerade nach Palmsonntag wieder klar in unserer Erinnerung stehen sollte, ließ seine Chance eine politische Revolution zu führen verstreichen. Er war gekommen um eine heilsgeschichtliche Revolution ganz allein zu vollbringen. Entweder das, oder er hat weniger erreicht als Ghandi und wir sollten endlich aufhören, uns mit seinem Namen zu nennen!

P.S.: Angst als Motivationsgrundlage des Gegenübers zu beschwören ist übrigens kein logisches Argument (nur durch den gemeinsamen Glauben an die Möglichkeit durch logische Schlussfolgerungen objektive Wahrheit erkennen zu können, ist ein Dialog zwischen verschiedenen Meinungen überhaupt möglich) sondern willkürliche Ausübung von Deutungshoheit.

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