Revisited: Der außergewöhnliche Fall der Schafe und Böcke – Gottesdienstnachlese, Bibelauslegung und Sherlock Holmes

Wenn aber der Menschensohn kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm, dann wird er sich setzen auf den Thron seiner Herrlichkeit, und alle Völker werden vor ihm versammelt werden. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Böcken scheidet, und wird die Schafe zu seiner Rechten stellen

Zum Vortrag die Sache mit der Schlange und Rev. Mole Teil II – Wir müssen unsere Axiome offenlegen, wenn wir wirklich Antworten geben wollen

Nun wollen wir abschließend die letzten beiden Kritiken Rev. Moles noch bearbeiten. Im Beitrag letzte Woche versuchten wir schon klarzustellen: Dass der (eventuell) intendierte Gedankengang, der der Aufzählung der Schlangeneigenschaften zugrunde zu liegen scheint, unsererseits sehr wohl begriffen wird, er aber aus mehreren Gründen nicht nachvollziehbar oder irrelevant ist, denn die Schlange ist nicht das

Mit Popcorn in der Vorlesung bei Philippi. Heute: Äußeres Wort und innere Vernunft

In den Kontext unserer Überlegungen der letzten beiden Wochen (hier und hier), vor allem zur geistlichen Fähigkeit menschlicher Vernunft, gehört die Frage nach der äußeren Offenbarung. Das meint, dass Offenbarung nach lutherischer Überzeugung nichts ist, was sich im (Gefühl des) Einzelnen ereignet, sondern etwas ist, was von außen – in der Offenbarung der Schrift –

Freigeschwommen in die Gefilde des in sich selbst verkrümmten Menschen oder herausgenommen aus dem Strudel der Selbstermächtigung

In Weiterführung unseres Beitrags zu den neuen Evangelikalen und ihrem Schriftverständnis wollen wir heute nochmal einige Aspekte vertiefen. Wie die Überschrift erkennen lässt, geht es uns dabei um den Widerspruch zwischen Selbstaussage und (lutherisch-theologischer!) Realität im Hinblick auf die persönliche Freiheit des Glaubenden. Wissenschaft ist Selbsthinterfragung Dazu müssen wir aber zunächst noch etwas weiter graben.

Die Bibel sagt, die Wissenschaft aber spricht. Die „neuen Evangelikalen“ und die progressiven Probleme der postmodernen Freischwimmergeneration

Edit: im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass die Überschrift missverstanden werden könnte, im Sinne einer ablehnenden Haltung unsererseits gegenüber theologischer Wissenschaft. Das wäre ein Missverständnis unseres Anliegens. Wir finden theologisch-wissenschaftliches Arbeiten wichtig und unumgänglich, schätzen aber nicht, wenn bestimmte Forschungsergebnisse auf unwissenschaftliche Art und Weise zu einer unhintergehbaren Norm erhoben werden. Rolf Krüger, ehemaliger Leiter

Das Alte Testament bei Luther und die Moral bei uns

as Alte Testament das Zeugnis von dem transmoralischen Gott. gehört beides in Luthers Verständnis zusammen, die unnachgiebige Einschärfung des göttlichen Gesetzes, nämlich Gott zu fürchten und zu lieben, und die transmoralische Wirklichkeit dieses Gottes. Infolgedessen ist das Alte Testament einem in den Bahnen Kants wandelnden, primär moralisch verstandenen Neuprotestantismus fremd geblieben, was dessen

„Herr von Tarsus, Sie predigen im Römerbrief das Übergabegebet …“ „Ich predige was?!?!“

Zu unserem Beitrag, der die Lehre vom sogenannten „Übergabegebet“ exegetisch kritisierte und als eine der beiden Sakramentsersatzhandlungen in einigen grundsätzlich reformierten Traditionen (und das beinhaltet eben auch die meisten „Evangelikalen“ sowie Pfingstler/Charismatiker) einordnete, haben wir schon eine Rückfrage beantwortet. Nun soll auch noch Frederik endlich dran sein! In den Hauptlinien kann ich dem Artikel folgen

Sakramentsersatz, die Erste – ist das Übergabegebet eigentlich überhaupt biblisch?

Es ist vielleicht einigen hier bekannt, das sogenannte Übergabegebet oder im englischen Original „sinner’s prayer“. Zumeist betet man es nach einem Altarruf, d.h. während einer missionarischen Veranstaltung wird man aufgerufen, öffentlich sein Leben Jesus zu übergeben, man geht vor, betet das Gebet und ist gerettet. Lutheraner stutzen jedoch zuerst einmal, denn komischerweise kommt dieses zentrale

Der Gegensatz von Glauben und Verstand – ist eine persönliche Glaubensfrage – Prof. Künneth

Sodann gilt es zu bedenken, dass die bis heute fortgepflanzte Meinung, der Verstand stünde im Widerstreit mit dem christlichen Glauben, einen grundsätzlichen Irrtum darstellt. Vermag es schon an und für sich keine voraussetzungslose Wissenschaft zu geben, so besteht erst recht niemals eine Voraussetzungslosigkeit gegenüber historisch geistigen Tatbeständen. Auch die rationalistische Betrachtungsweise lebt von ganz bestimmten

Die Schrift bedarf der Interpretation, aber nicht eines semantischen Totalkollapses – M. Chemnitz und P. Melanchton

In seinem phantastischen „Die reine, gesunde Lehre von der wahren Gegenwärtigkeit des Leibs und Bluts Christi in seinem Abendmahl etc.“ schreibt Martin Chemnitz auch über die Auslegung der Schrift und zieht dazu seinen Vorvater Phillip Melanchton und indirekt auch Augustinus heran. Die beschriebenen Grundregeln sind, einfach ausgedrückt, die, dass es für die klassischen Lehrstücke der