Irrtümer, die zu Schaden führen – Valentin Ernst Löscher

Im heutigen kleinen Textausschnitt listet Valentin Ernst Löscher Religionsübel auf – also menschliche Fehl- und Missverständnisse des christlichen Glaubens. Da die Kirche, laut CA 7, überhaupt nur in der Verkündung, im Bekennen, des Evangeliums nach dem wahren Verständnis des Neuen Testaments besteht, sind solche Fehlehren somit exitenzielle Gefahren. Ihnen muss in der Kirche gewehrt werden,

Über Etwas und Nichts – der (pantheistische) Gott den Jeder irgendwie kennt und der Gott des Christentums.

Unter den Menschen, die sich als religiös bezeichnen, gibt es viele, die den Glauben an einen personalen Gott verneinen, aber bekennen, an „etwas Größeres“, an „das Universum“ oder „das Ganze“ zu glauben. Diese Sichtweise entspricht dem Denken des kosmologischen Gottesbeweises, wonach alle Ursachen dieser Welt auf einer letztendlichen Urursache – Gott, dem Universum, einer höchsten

Zitat Evangelische Freiheit – was ist das eigentlich wirklich?

Also die evangelische Freiheit ist nicht eine unbedingte Freiheit, die aufheben und setzen könnte nach Belieben, sondern sie ist wie alle wahre Freiheit eine bedingte, nämlich eine durch das Wese der Sache selbst, um die es sich dort handelt, bedingte und dadurch mit dem wahren Inhalt erfüllte Freiheit. Das ist eben der schlechte Freiheitsbegriff, mit welchem man dort seit den Tagen des Pelagius operiert, jene angeblich unbedingte bloß formale Freiheit, die aus heiler Haut sich ihren eigenen Inhalt setzt, diese schlechthin souveräne Freiheit, welche  doch nur Knechtschaft ist, weil sie nicht durch das Wesen der Sache als ihren Inhalt,  sondern durch alle möglichen Zufälligkeiten und Einflüsse bestimmt ist.

Ernst Luthardt, Vorträge über die modernen Weltanschauungen, 4. Aufl. Leipzig 1908, S. 57.

Zitat Das Predigtamt in der lutherischen Kirche – rechtlich

[Eine] Kirchenverfassung, die auf dem Boden des A[ugsburger] B[ekenntnisses] stehen will, [kann] die besondere Stellung des Predigtamtes nicht ignorieren. Den weitgehenden Demokratisierungsbestrebungen, die in der Gegenwart das kirchliche Verfassungsleben bewegen, ist in Kirchen, die lutherisch bleiben wollen, hier eine Grenze gezogen. Man kann das geistliche Amt vielleicht in manchen Stücken modernisieren und dem heute herrschenden Gleichheitsstreben anpassen. Aber in seinem Kern kann es nicht beseitigt werden. Eine Kirche, die es durch die Demokratisierugswelle wegspülen ließe, hätte aufgehört, eine lutherische Kirche zu sein.

Hans Liermann, Die rechtliche Bedeutung der Bekenntnisschriften, 1969, in Bezugnahme auf CA 5.

Anmerkung zum Hintergrund: Die lutherischen Kirche glaubt (d.h sieht als biblisch und schriftgemäß an), dass man mit der Ordination in ein besonderes geistliches, von Christus gestiftetes Amt eingesetzt worden ist. Durch dieses Amt hat der Ordinierte das Recht, in der Autorität Christi dessen Wort zu verkünden und die Sakramente (Taufe, Abendmahl, Absolution – also Sündenvergebung im Namen Gottes) zu verwalten. Siehe hierzu z.B.: Melanchton in der Apologie (Verteidigung) der Augsburger Konfession Punkt 13:

„Durch das Sakrament des Ordens oder Priesterschaft verstehen die Widersacher nicht das Predigtamt und das Amt, die Sakramente zu reichen und außuteilen, sondern verstehen [es] von Preistern, die zu opfern geordnet seien. Gleich als müsse im Neün Testament ein Priestertum sein, wie das levitische Priestertum gewesen, da die Priester für das Volk opfern und den andern Vergebung der Sünden erlangen. Wir aber lehren, daß das einige Opfer Christi am Kreuze genuggetan hat für aller Welt Sünden, und daß wir nicht eines andern Opfers für die Sünden bedürfen. Denn wir haben im Neün Testament nicht ein solch Priestertum, wie das levitische Priestertum war, wie die Epistel zu den Hebräern lehrt. Wo man aber das Sakrament des Ordens wollte nennen ein Sakrament von dem Predigtamt und Evangelio, so hätte es keine Beschwerung, die Ordination ein Sakrament zu nennen. Denn das Predigtamt hat Gott eingesetzt und geboten und hat herrliche Zusage Gottes, Röm. 1: „Das Evangelium ist eine Kraft Gottes allen denjenigen, so daran glauben“ usw., Jes. 55: „Das Wort, das aus meinem Munde gehet, soll nicht wieder leer zu mir kommen, sondern tun, was mir gefällt.“ Wenn man das Sakrament des Ordens also verstehen wollte, so möchte man auch das Auflegen der Hände ein Sakrament nennen. Denn die Kirche hat Gottes Befehl, daß sie soll Prediger und Diakonos bestellen.“

Zitat „Was muss ich tun, um zu glauben?“ – zusehen!

Darum hebt der Glaube nicht an den Werken an, sie machen ihn auch nicht, sondern er muss aus dem Blut, Wunden und Sterben Christi quellen und fliessen, in welchem so du siehst, dass dir Gott so hold ist, dass er auch seinen Sohn für dich gibt, muss dein Herz süß und Gott wiederum hold werden, und also die Zuversicht aus lauter Gunst und Liebe herwachsen, Gottes gegen dir und deiner gegen Gott.

Luther, Von den guten Werken

Zitat Zitat des Tages – Gesetz und Evangelium

Für wen die Predigt des Gesetzes und des Euangelii [13] gehöre.“Die Predigt des Gesetzes muß man in der christlichen [14] Kirchen haben um der bösen und muthwilligen Buben Willen, aber das Gesetz trifft gemeiniglich [15] die frommen Herzen, welche es zumartert und zuplaget, daß sie nicht wissen, wo sie aus oder [16] ein sollen, und drüm sich für einem rauschenden Blatt fürchten und immer verzweifeln wollen. [17] Dargegen ist die Predigt des Euangelii gegeben, die betrübte elende Gewissen und fromme Herzen [18] zu trösten und zu stärken. So ergreifen die gottlosen und halsstarrigen, bösen Leute die Lehre [19] des Euangelii und meinen, sie wollen daraus eine Freyheit haben zu sündigen und zu thun, [20] was sie nur wollen.” [..]

 

Jtem: Wenn man das Euangelium nicht recht verstehet, so machts [35] sichere Leute; wiederüm, verstehet mans recht, so machets fromme, gottselige Leute. Derhalben so [36] ist das Gesetze alleine gegeben um der Ubertretung Willen, auf daß den Leuten nach Christo [37] wehe werde und man in der Welt eine äußerliche Zucht und Disciplin halten könnte.”

Martin Luther, WA TR 3025

Zitat Glaubensentscheidung?

Jetzt, wo Gott mein Heil aus meinem Willen herausgenommen und in seinem Willen aufgenommen hat, und mir nicht um meines eigenen Werkes oder Kurses, sondern um seiner Gnade und Barmherzigkeit willen mich zu retten zugesagt hat, bin ich sicher und gewiss, dass er treu sei und mir nichts vorlügen werde; zumal er so mächtig und groß, dass kein Teufel, keine Widerwärtigkeiten ihn überwinden oder mich ihm entreißen könnten.

 

(At nunc cum Deus salutem meam exta meum arbitrium tollens in suum receperit, et non meo opere aut cursu, sed sua gratia et misericordia promiserit me servare, securus et certus sum, quod ille fidelis sit et mihi non mentietur, tum potens et magnus, ut nulli daemones, nullae adversitates eum frangere aut me illi rapere poterunt.)

Zitat Abendmahl

Will ich nu meyne sunde vergeben haben, so mus ich nicht zum creutze lauffen, denn da finde ich sie noch nicht ausgeteylet, Ich mus mich auch nicht zum gedechtnis und erkentnis hallten des leydens Christi, […] denn da finde ich sie auch nicht, sondern zum Sacrament odder Euangelio, da finde ich das wort, das mir solche erworbene vergebunge am creutz, austeilet, schenckt, darbeut und gibt. Darumb hat der Luther recht geleret, Das, wer eyn boese gewissen hat von sunden, der solle zum Sacrament gehen und trost holen, Nicht am brod und weyn, Nicht am leybe und blut Christi, sondern am wort, das ym Sacrament myr den leyb und blut Christi alls fur mich gegeben und vergossen darbeut, schenckt und gibt. Ists das nicht klar gnug?

Zitat Grundlage des Glaubens und aller Lehre

Wir glauben, lehren und bekennen, daß die einige Regel und Richtschnur, nach welcher zugleich alle Lehren und Lehrer gerichtet und geurteilet werden sollen, seind allein die prophetischen und apostolischen Schriften Altes und Neues Testamentes, wie geschrieben stehet: „Dein Wort ist meines Fußes Leute und ein Licht auf meinem Wege“, Psal. 119. Und S. Paulus: „Wann ein Engel vom Himmel käme und predigte anders, der soll verflucht sein“, Gal. 1.

Andere Schriften aber der alten oder neuen Lehrer, wie sie Namen haben, sollen der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten, sondern alle zumal miteinander derselben unterworfen und anders oder weiter nicht angenommen werden, dann als Zeugen, welchergestalt nach der Apostel Zeit und an welchen Orten solche Lehre der Propheten und Apostel erhalten worden.