Freigeschwommen in die Gefilde des in sich selbst verkrümmten Menschen oder herausgenommen aus dem Strudel der Selbstermächtigung

In Weiterführung unseres Beitrags zu den neuen Evangelikalen und ihrem Schriftverständnis wollen wir heute nochmal einige Aspekte vertiefen. Wie die Überschrift erkennen lässt, geht es uns dabei um den Widerspruch zwischen Selbstaussage und (lutherisch-theologischer!) Realität im Hinblick auf die persönliche Freiheit des Glaubenden. Wissenschaft ist Selbsthinterfragung Dazu müssen wir aber zunächst noch etwas weiter graben.

Die Bibel sagt, die Wissenschaft aber spricht. Die „neuen Evangelikalen“ und die progressiven Probleme der postmodernen Freischwimmergeneration

Edit: im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass die Überschrift missverstanden werden könnte, im Sinne einer ablehnenden Haltung unsererseits gegenüber theologischer Wissenschaft. Das wäre ein Missverständnis unseres Anliegens. Wir finden theologisch-wissenschaftliches Arbeiten wichtig und unumgänglich, schätzen aber nicht, wenn bestimmte Forschungsergebnisse auf unwissenschaftliche Art und Weise zu einer unhintergehbaren Norm erhoben werden. Rolf Krüger, ehemaliger Leiter

Das Alte Testament bei Luther und die Moral bei uns

as Alte Testament das Zeugnis von dem transmoralischen Gott. gehört beides in Luthers Verständnis zusammen, die unnachgiebige Einschärfung des göttlichen Gesetzes, nämlich Gott zu fürchten und zu lieben, und die transmoralische Wirklichkeit dieses Gottes. Infolgedessen ist das Alte Testament einem in den Bahnen Kants wandelnden, primär moralisch verstandenen Neuprotestantismus fremd geblieben, was dessen

Wann man schweigen muss – Gedanken über die politische Kirche

Kaum ein Bereich lutherischer Lehre ist wohl mit so vielen zeitbedingten Veränderungen der Umstände konfrontiert, wie der über das Verhältnis von Kirche und Politik. So gingen die Menschen des 16. Jahrhunderts zum Beispiel meist davon aus, dass auch ihre Obrigkeit christlich sei, ferner, dass es einen Unterschied zwischen ihnen und der Obrigkeit gebe, und dass

Die catena sakramentalis – Luthers poetische Zusammenfassung des Abendmahls

Daraus macht Lutherus diese schöne güldene Ketten: die Wort Christi fassen das Brot und den Kelch zum Sakrament/Brot und Becher/fassen den Leib und Blut Christi/Leib und Blut Christi fassen das neue Testament/das neue Testament fasset Vergebung der Sünden/Vergebung der Sünden fasset das ewige Leben und Seligkeit. Martin Chemnitz, Die reine, gesunde Lehre von der wahren

Vier Elemente werden auf zwei unterschiedliche Weisen gegessen – Chemnitz, das Abendmahl und die Manducatien

Martin Chemnitz – wieder ist es sein „Die reine, gesunde Lehre von der wahren Gegenwärtigkeit des Leibs und Bluts Christi in seinem Abensmahl etc.“ – nimmt uns das Abendmahl in seine Einzelteile auseinander und hilft uns somit, klar zu beschreiben, was wir glauben und nicht glauben, nämlich: Dass man beim Abendmahl 4 Dinge empfängt, nicht

Was das Gesetz ist und nicht ist – einige Worte mit Hilfe von Luthardt

Was ist das Gesetz und was ist es nicht? Für eine schlaglichthafte Beantwortung der Frage ist uns der gute Freund dieses Blogs, Prof. C. E. Luthard, wieder einmal forschend und zusammenstellend beigesprungen. Was ist also das Gesetz, im christlichen und lutherischen Kontext gesprochen? Der Inhalt des Gesetzes ist demnach nicht bloß eine abstrakte sittliche Idee

Das Land liberal, die Stadt evangelikal, und wo darf ich lutherisch sein?- eine Studie der zwei Strukturpapiere der EvLkS

Wir haben nun schon ein paarmal darüber geschrieben, was Kirche im Lutherischen Verständnis ist. Vor allem über den 7. Artikel des Augsburger Bekenntnis, der nicht der einzige, aber der zentralste der Artikel ist, die sich in diesem Bekenntnis mit der Kirche befassen. Das Ganze ist natürlich nicht nur ein abstraktes Unterfangen. Kirche ist ja auch

„Das Abendmahl ist wie ein Sack voller Weizen“ – Nikolaus Hunnius erklärt uns die Realpräsenz

Nikolaus Hunnius war ein begabter lutherischer Theologe des siebzehnten Jahrhunderts. Mit neunzehn Jahren schon Magister, verbrachte er seine erste Zeit während und nach dem Studium in Wittenberg bis zu seiner Berufung als Superintendent nach Lübeck. Dort verfasste er auch seine einflussreichsten Bücher, die – neben anderen – für lutherische Theologie lange Zeit maßgebend waren. An