Widersprüche – unsere Serie zu exegetischen Problemen – Teil 1: Wunder und wir

In dieser Serie wollen wir uns in loser Folge mit exegetischen Themen beschäftigen – Fragen der Bibelauslegung also. Dabei soll u.a. zur Sprache kommen, welche wissenschaftstheoretischen Probleme die Bibelwissenschaft hat. Neben Grundsätzlichem sollen aber auch Einzelbeobachtungen angesprochen werden. Der erste Beitrag, der Feder des ehem. Mainzer Neutestamentlers Marius Reiser entnommen, nimmt sich der Frage nach […]

12 Thesen zur exegetischen Auswirkung von Sola Scriptura

Das bekannte Schlagwort “sola scriptura” – Allein die Schrift, mit dem gewöhnlich Luthers Verständnis der höchsten Autorität zur christlichen Entscheidungsfindung zusammengefasst wird, bietet oft Anlass für Verkürzung und Verwirrung. Im Folgenden deshalb zwölf Überlegungen über die Auswirkungen des „sola scriptura“ für das Lesen der Heiligen Schrift. Wenn Luther den Grundsatz sola scriptura formuliert[1], so ist […]

Gottesdienstnachlese – 30.10.2016

Das Evangelium des 23. Sonntags nach Trinitatis (Mt 22, 15-22) lautete: Da gingen die Pharisäer hin und hielten Rat, dass sie ihn fingen in seinen Worten, und sandten zu ihm ihre Jünger samt den Anhängern des Herodes. Die sprachen: Meister, wir wissen, dass du wahrhaftig bist und lehrst den Weg Gottes recht und fragst nach […]

Wie viel Übereinstimmung ist notwendig? – Über erforderliche Grundlagen der Bibelauslegung

Ist der Verweis auf eine „unterschiedliche Hermeneutik“ – d.h auf eine Grundverschiedenheit des angewandten Auslegungsprinzips beim Bibelverständnis – die eierlegende Wollmilchsau jeder theologischen Debatte?   Zumindest ist er der Weg zu einer Kirche der Unionen – inhaltlich nicht übereinstimmende Positionen können gemeinsam verwaltet und organisiert werden bzw. bleiben. Aber ist dieser Umgang mit voneinander abweichenden […]

Gottesdienstvorbereitung – 11. Sonntag nach Trinitatis: Sünde ist dann doch schon auch zentral, ne?

Der Predigttext (nach der neuen Ordnung) steht bei Gal. 2: 6 Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; […]

Gesetz und Evangelium an einem Wort & Wort und Sakrament in einer Wunde – Betrachtungen zu Johannes 20,27

Nachdem bereits gezeigt wurde, wie sich innerhalb eines biblischen Buches beide Worte Gottes – Gesetz und Evangelium – finden lassen, soll nun noch einmal gezeigt werden, wie sich beides in ein und demselben biblischen Ausdruck finden lässt und damit deutlich werden, was O. Bayer als eigentliche theologische Aufgabe beschreibt – die situationsbedingte Auslegung des Wortes […]

„Insofern“ oder „weil“? Ein Beitrag zur hermeneutischen Begründung des Geltungsanspruchs der lutherischen Bekenntnisschriften.

„Die Bekenntnisschriften der lutherischen Kirche haben einen Wert, insofern sie mit der Bibel übereinstimmen.“ Diese Feststellung kann man immer mal wieder hören. Für die, denen dies nicht so geläufig ist: Die beiden Positionen in diesem Streit werden meist mit den lateinischen Worten quia – weil und quatenus – insofern ausgedrückt. Die Position des quatenus lässt […]

Gesetz und Evangelium im Bauch des Fisches – Die Notwendigkeit des Gesetzes anhand von Jonah

 „Wo das Gesetz und Euangelium fein eigentlich unterscheiden wird, nehmlich, daß das Gesetz schreckt, verdammet und tödte, das Euangelium aber tröstet, selig und lebendig macht, da bleibt die ganze christliche Lehre rein und lauter, daß man sich dadurch wol alles Aergerniß und Jrrthums erwehren kann. Jtem so kömmet auch dieser Nutz daraus, daß die Christgläubigen […]

Gottesdienstnachlese 17.01. – 2. Korinther 4, 6-10 – Es geht um Essenz nicht um Akzidenz

Denn Gott, der gesagt hat: „Aus Finsternis wird Licht leuchten!“, er ist es, der in unseren Herzen aufgeleuchtet ist zum Lichtglanz der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi. Wir haben aber diesen Schatz in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei und nicht von uns. Wir sind von allen Seiten bedrängt, […]