C.S. Lewis Trilemma – Eine kurze Bemerkung zur neumodischen Vervierfachung desselben

Im Rahmen seiner apologetischen Vortragsreihen, die über die BBC ausgestrahlt wurden, stellte der Professor und anglikanische Apologet C. S. Lewis folgende Argumentation auf: Aufgrund der in den Evangelien vorhandenen Aussagen Christi, v.a. im theologischen und historischen Kontext betrachtet, gibt es nur drei Schlussfolgerungen über die Identität von Jesus Christus:

  1. Er war ein Irrer, der auf der gleichen Stufe mit jemandem steht, der sich für ein gekochtes Ei hält
  2. Er war ein Lügner, der im Kontext nur als bösartig angesehen werden kann.
  3. Er war der, der er behauptete zu sein: der Menschensohn, Gott und Mensch zu gleich, der prophezeite Messias

Gemäß einer Kritik von Bart Ehrmann, einem äußerst prominenten atheistischen Professor für das Neue Testament, hat Lewis hierbei eine vierte Möglichkeit nicht beachtet, nämlich, dass man als Folge des sich in den Daten stellenden Paradox auch die Daten selbst in Zweifel ziehen könne und zu dem Schluss kommt, dass es sich bei dem ganzen Bericht über Christus um eine Form der Legendenliteratur und keinen wie auch immer literarisch geformten Geschichtsbericht handelt. Nur kurz möchte ich ausführen, dass dies sowohl logisch als auch argumentativ unsauber ist:

Das Trilemma nutzt als Datengrundlage für seine Analyse die Worte Christi als Aussagen seiner selbst. Deren Authentizität wird hier a priori vorausgesetzt. Es geht also um die Beurteilung eines Menschen nach den von ihm überlieferten Aussagen. Bei einer Legende, im von Ehrman genutzten Sinn, handelt es sich jedoch um die Annahme, dass Jesus eine mythische Figur sei. Hier wird also die historische Authentizität der Daten selbst angezweifelt. Lewis will jedoch lediglich zeigen, dass eine weitere Interpretationsweise, die von der Verlässlichkeit der Daten ausgeht, nicht mit dem tatsächlichen Datenbefund selbst vereinbar ist, nämlich die Ansicht Christus sei ein weiser, jedoch ausschließlich menschlicher Lehrer gewesen.

Die Legende gehört demnach also nicht in das Trilemma, da sie sich mit den der Vertrauenswürdigkeit der Daten selbst anstatt mit den logischen Konsequenzen ihrer Aussagen befasst. Um es anders zu sagen: das Trilemma ist nicht im reinen Sinne ein apologetisches, sondern ein exegetisches Argument. Es befasst sich nicht damit, ob und wieso die Daten authentisch sind, sondern mit ihrem Inhalt und dessen Aussage. Der Drops der ersteren Frage ist übrigens – entgegen der vehementen Beschwörung eines breiten Konsenses heutiger Theologen – so weit davon entfernt gelutscht zu sein, dass akute Erstickungsgefahr besteht.

Als Kleinsthandreichung: Wenn man das Kriterium „Verschwörungstheorie“ als ausschließendes auf viele bezüglich des „historischen Jesus“ verfasste Werke anwendet, bleibt nicht viel bestehen.

 

 

 

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