Bonhoeffer, Religion und die Grenzen kommunikativer Vernunft

Bei vielem Bedenkenswerten gibt es doch eins, was mich nicht überzeugt und ich wiederum zu bedenken geben möchte: Dass Bonhoeffers Worte „semantisch und grammatikalisch – Allgemeingültigkeit beanspruchen“, ist genau das Argument, aus dem in pietistischen Kreisen bis heute „Gemeinsames Leben“ als Handlungsanweisung für eine christliche Gemeinschaft gelesen wird und nicht als das, was es erklärtermaßen

Prolegomena – Wie wissen wir etwas über Gott?: Mystizismus und Rationalismus

Es geht weiter mit der epistemologischen – also wissenstheoretischen – Befragung des Glaubens. Zuletzt sprachen wir über die Unterscheidung der Offenbarung von Außen (d.h. auch: aus der Tiefe der Geschichte), der ich begegne und die durch meine Zustimmung oder Ablehnung nicht berührt wird und der Offenbarung im Subjekt, bei der mein Dafürhalten selbst entscheidet, was

Replik Teil 1 – C. S. Lewis ist die Birne zu Bonhoeffers Apfel?

Anmerkung d. Redaktion, 17.02.2019: Wir haben im Beitrag nach der Veröffentlichung einige Passagen geändert. Diese sind durch Einfügung eckiger Klammern gekennzeichnet. Unser letzter Beitrag hat bei Facebook im Kommentarbereich unserer Seite einige Anfragen erhalten, auf die wir nochmal genauer eingehen wollen. Nur zur Erinnerung: Wir behaupten nicht, allgemeine Aussagen über Bonhoeffer zu treffen, sondern beschränken

Dietrich und Clive – eine Einordnung von Bonhoeffers Gedanken zu „religionslosem Christentum“ als Anfechtung, nicht Prophetie

Ich fand im Bücherschrank eines nahen Verwandten kürzlich eine Ausgabe von „Widerstand und Ergebung“, einem Band, der späte Briefe Dietrich Bonhoeffers sammelt. Sofort wollte ich nach jenem Brief suchen, in dem er von einem „religionslosen Christentum“  spricht, um zu sehen, was Bonhoeffer dort wirklich sagt. Hier folgen nun ein paar Betrachtungen, die sich ausschließlich auf

Was Christen unterscheidet – subjektive Offenbarung vs. äußere Offenbarung

Es geht weiter in den Prolegomena, mit einer kurzen Folge über einen wichtigen Unterschied – bin ich das Epizentrum der Selbstoffenbarung Gottes oder tritt Gott von außen an mich heran? Wo wir schon darüber sprachen: Die Selbstoffenbarungsorte Gottes – Erstens: Für Atheisten Mit Popcorn in der Vorlesung bei Philippi. Heute: Äußeres Wort und innere Vernunft

Die immergleichen Wenden. Evangelikale Kirchenrhetorik als ermüdende Kreisdreherei

Wer sich ein wenig in der christlichen Blogosphäre bewegt, stößt über kurz oder lang auch auf evangelikale Beiträge. Und dann ist es egal, ob diese von 2010 oder 2019 sind, ein Thema findet sich immer: Die „10 Punkte, die die Kirche tun muss, um endlich gute Kirche zu werden!“-Beiträge, wir reden heute von ihnen. Klar,

Die Selbstoffenbarungsorte Gottes – Erstens: Für Atheisten

Schon lange will ich zu diesem Thema schreiben und es wird wohl nicht in diese eine Abhandlung passen. Welches Thema? Die wahrheitstheoretischen Grundlagen des Christentums, oder einfacher gesagt: Warum und wie können wir überhaupt irgendetwas über Gott sagen? Fangen wir also einfach einmal an und limitieren es gleich: Zuerst kurz ein paar Grundlagen einer ersten

Das Kirche-sein der EKD – Bischof Rentzing und die Väter

Schon vor einer Weile haben wir uns über das Selbstverständnis der EKD als Kirche geäußert und tun es gern wieder. Derzeit macht der Antrag auf Änderung der Grundordnung, um dieses Kirchesein festzuschreiben, noch immer seine Runde durch die Synoden der Gliedkirchen. Interessanter Fall ist dabei Sachsen, wo durch Bischof Rentzing in seinem Bericht hierzu, auch

Episode #14 Paulus hatte so einen Eindruck, dass Jesus ihm das Augenlicht nehmen wollte – Gottesoffenbarung am Tag der Bekehrung St. Pauli

Versuch einer neuen Struktur beim Podcast – kürzer und knapper und hoffentlich zugänglicher! Wie sprach Gott mit Paulus? Und: das war doch dasselbe wie bei mir damals, ne? Also die Apostel waren schon gute Typen, aber ich bin Jesus‘ Homeboy! Gute Ressourcen für Englischkönner: Bekehrung des Paulus Apostelgeschichte (bestes Zitat: „the debate therefore continues“ –

Die Kirchenlehre aber ist keine wächserne Nase, die man so und so drücken kann – Leipziger Protest gegen von Harless

Wir haben einen Fund gemacht, dank Google Books! Bereits vor reichlich hunterfünzigJahren lautete das Lieblingsargument gegen lutherische Lehren „nicht mehr zeitgemäß“. So richtig innovativ aber sind die Kritiker, das kann man an den folgenden Zeilen erkennen, in letzter Zeit nicht gewesen. Interessant ist allerdings dann doch, was der anonyme Verfasser der Protestschrift gegen die Wahl