Gottesdienstvorlese: Was für ein herablassender Gott!

Für den kommenden Sonntag, den „Vorletzten Sinntag des Kirchenjahres“ ist als Predigttext Hiob 14,1–6(7–12)13(14)15–17 vorgesehen, zur Erinnerung hier nochmal die ersten Verse (1-6): 1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 2 geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3 Doch du tust deine Augen über

Der Grund für alle kirchlichen Probleme – Interview mit Harnack

Wir haben mal Theodosius Harnack aus Dorpat in Estland ein paar Fragen zur Kirche gestellt, die wir euch nicht vorenthalten wollten: Herr Harnack, was ist den der eigentliche Grund allen Übels in der Kirche ist? „Die Hauptquelle unsres Notstandes (…) liegt darin, dass die Krone unsrer Kirche, die Einheit und Reinheit ihres Bekenntnisses, nicht mehr

Re: Rechtfertigung. Redet davon am Reformationstag!

Der heutige Tag bietet den Anlass, an unseren Artikel von letzter Woche erinnernd von der Rechtfertigung zu sprechen. Das lutherische Bekenntnis lehrt, „dass wir Vergebung der Sünden und Gerechtigkeit vor Gott nicht erlangen können durch unsere Verdienste, Werke und Genugtunung, sondern dass wir Vergebung der Sünden bekommen und vor Gott gerecht werden aus Gnaden um

Der stets redlich bemühte Glaube und der Gott der dich tötet

Die christliche Botschaft hat oft das Problem, dass sie als Lebensertüchtigungsmittel wahrgenommen wird. Das passiert zum Beispiel, wenn damit argumentiert wird, dass Christen gesünder lebten. Abgesehen davon, dass es da auch andere Zusammenhänge geben kann: wer nur deshalb Christ wird oder bleibt, damit er (gesünder) lebt, der hat das Ziel auch schon verfehlt. Aber auch,

Kontörtchen. Schmackhafte schmale Stücke aus der Konkordienformel, heute im Angebot: Jesus-Torte

In der Serie „Kontörtchen“ präsentieren wir Ausgewähltes aus der Konkordienformel. Heute soll es uns um die Lehre von Christus gehen. Im 12. Punkt des Artikels der Konkordienformel zur Lehre von Christus wird auf das Abendmahl eingegangen, genauer: Auf die Realpräsenz: Dass Christi Leib und Blut tatsächlich im Abendmahl gegenwärtig ist. Das ist ja ein alter

Da liegen alle falsch! Kirche, Politik und der dritte Gebrauch des Gesetzes

Der dritte Gebrauch des Gesetzes, das ist so ein Schlagwort, das man in lutherischen Kreisen hören kann. Was ist das eigentlich und worum geht es? Fragen wir FC VI: Das Gesetz hat Gott den Menschen aus drei Gründen gegeben:   erstens, damit dadurch eine äußere, weltliche Ordnung aufgerichtet wird (Bsp.: du sollst nicht töten –

Valentins Differenzierungsapotheke: nah beieinander ist doch etwas ganz anderes

Viele Entwicklungen, die es in unseren heutigen Gemeinden gibt, sind keineswegs neu. Sie bestehen im Grunde schon seit der Urchristenheit, lediglich die Form oder die Bezeichnung haben sich – durch den Wandel der Welt, immer mal wieder verändert. Wie praktisch also, dass uns Valentin Ernst Löscher einen Beipackzettel an die Hand gibt, in denen die

Nicht anthropozentrisch sondern christozentrisch – 5 Eckpunkte des Schriftverständnisses von Abraham Calov

Wie man die Heilige Schrift sachgemäß auslegt ist Gegenstand vieler Reflexionen in der Geschichte der Kirche. Einige gut durchdachte und systematisierte Äußerungen dazu hat Abraham Calov vorgelegt, die für heutige Leser leider nicht ganz leicht erreichbar sind, sind sie doch auf Latein geschrieben und für uns heute recht kompliziert aufgrund des vielen Wissens, das Calov

Semper reformanda: Nö, lieber nicht! oder Die banale Alltäglichkeit der Rettung der Kirche

Warum der Ausspruch „ecclesia semper reformanda“ weder aus der Reformationszeit stammt, noch lutherisch ist, das haben wir bereits mehrfach aufgegriffen (vor allem hier und hier). Doch wollen wir uns dem Thema heute noch einmal widmen, noch einmal aus einer anderen Perspektive, nämlich der Valentin Ernst Löschers. Vier Punkte nennt er, wie eine Kirchenreform durchzuführen sei,

Drei zum Preis von einem – ein theologisches Papier der EVLKS kratzt an der Trinität … und warum ist die überhaupt so wichtig?!

Wie im vorletzten Amtsblatt der EVLKS zu lesen, verabschiedete die Synode der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens im November 2016 sogenannte „Theologische Aspekte der interreligiösen Begegnung“. Wer das Papier, das hier im Kontext „Kirche in der Gesellschaft“ noch einmal dem Leser dargereicht werden soll, aufmerksam liest, erkennt jedoch schnell, dass es sich um ein Glaubensbekenntnis handelt, „Aspekte“